Céline Fäh: Das Familienwohl im Blick

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Ein zentrales Ziel von Fiorino ist die bessere Vernetzung in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, um aktiv an der Gestaltung der Rahmenbedingungen in der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung teilzunehmen. Um dieses Ziel zu erreichen und unsere Einflussmöglichkeiten auszubauen, haben wir vier hochqualifizierte Expert*innen in unseren Beirat berufen. Die nächsten Monate möchten wir euch unsere Beiräte genauer vorstellen. Beginnend mit Céline Fäh. Céline ist eine erfahrene Sozialarbeiterin und Mediatorin. Mit einem Master in Psychosozialer Beratung und umfassendem Wissen im Kindes- und Erwachsenenschutz bringt sie eine wertvolle Perspektive in den Beirat ein. Sie ist hauptberuflich Präsidentin der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Werdenberg.

Nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit war Céline zunächst als Beiständin tätig, dabei hat sie gesetzliche Mandate geführt und Erwachsene-, Kinder und Familien gemäss gesetzlichem Auftrag in ihrem Alltag unterstützt. Später wechselte sie in eine strategische Position innerhalb der KESB Werdenberg, wo sie ihre Expertise in der Verfahrensführung nutzten konnte, um sicherzustellen, dass Betroffene die benötigte Unterstützung erhalten. Céline betont die Wichtigkeit einer transparenten Kommunikation zwischen der KESB und Betroffenen: «Wir stehen auf der Seite der schutzbedürftigen Personen. Die KESB ist eine Schutzbehörde keine Strafbehörde. Unsere Aufgabe ist es, Familien und Betroffenen zu helfen, die Unterstützung zu bekommen, die sie brauchen. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, in welcher Betroffene bereit sind auch über Probleme und schwierige Themen zu sprechen, trägt letztlich zum Erfolg einer guten Zusammenarbeit bei und ist für den Erfolg eine wirksamen Massnahme entscheidend.»

Die KESB muss allen Meldungen nachgehen

Jeder Meldung, die bei der KESB eingeht, wird nachgegangen. Grundsätzlich kann jede Person eine Meldung machen. Meldungen können aus Einrichtungen wie Schulen oder Kitas oder aus dem persönlichen Umfeld kommen, schriftlich oder mündlich eingehen. Personen mit besonderen beruflichen Positionen, beispielsweise Betreuungspersonen einer KITA, wurde eine sogenannte Meldepflicht geschaffen, was bedeutet, wenn ihnen eine mögliche Gefährdung eines Kindes oder Jugendlichen begegnet, sie mit einer Meldung ganz wesentlich zur Verbesserung einer Situation beitragen können. Dafür braucht es gut geschultes Personal. Wichtig ist, dass bevor eine Meldung bei der KESB gemacht wird, das Gespräch mit der Familie gesucht und über die beabsichtigte Meldung an die KESB informiert wird. Wenn eine Meldung frühzeitig eingeht, hat die KESB die Möglichkeit, milde Unterstützungsmassnahme zu initiieren. «Ziel ist immer Hilfe zur Selbsthilfe und die Frage wo können wir Eltern unterstützen, damit sie ihr Familienleben wieder alleine bewältigen können», führt Céline aus. Erst wenn eine akute Kindeswohlgefährdung vorliegt, und milde Massnahmen nicht für Abhilfe einer Kindeswohlgefährdung sorgen konnten, kommt es vor, dass die Behörde Kinder und Jugendliche zu ihrem Schutz fremdplatzieren muss. Solche Massnahmen müssen jedoch sorgfältig beschlossen werden, da sie für alle Betroffenen sehr einschneidend sind.

Teilhaberecht der Kinder

Zum Glück hat sich in den vergangenen Jahren das Bewusstsein durchgesetzt, dass Kinder eigene Rechte haben, welche ihnen zustehen. Die Sichtweise von Kindern und Jugendlichen spielt zunehmend eine entscheidende Rolle, was ihnen gemäss der UN-Kinderrechtskonvention auch zusteht. Schliesslich geht es um Angelegenheiten, von denen sie direkt betroffen sind. «In den letzten Jahren gab es viele Bestrebungen den Kindesschutz und ihre Partizipation zu verbessern. In der KESB Werdenberg werden Kinder ab 6 Jahren als Verfahrensbeteiligte angehört», erklärt Céline. Für diese sensiblen Gespräche gibt es speziell geschulte Mitarbeitende. 

Akute Krisen

Ein Bereich in dem es dringenden Handlungsbedarf seitens der Politik gibt, sind ausreichend Therapieplätze für Kinder und Jugendliche in akuten Krisen. Ohne rasche Hilfe und ausreichend Hilfsangebote kann sich die Situation von jungen Menschen in akuten Krisen rapide verschlechtern. Bei Krisen ist also zu empfehlen, möglichst rasch Fachleute der Jugendpsychiatrie oder -psychologie beizuziehen. Schnelles Handeln und passende Hilfsangebote, sind für eine erfolgreiche Krisenbewältigung sehr wichtig. 

Trennung der Eltern 

Eine Krise, die vielen Familien begegnet ist Trennung oder Scheidung der Eltern. «Eine Trennung ist oft etwas hochemotionales, dies kann den Umgang zwischen den Eltern miteinander sehr erschweren. Nichtsdestotrotz sollten von den Eltern die Kinder im Blick behalten werden. Dies soll heissen, dass sich die Eltern trotz ihrer schwierigen Lebensphase überlegen müssen, was ihre Kinder in dieser anspruchsvollen Zeit brauchen. In ihrer kleinen Welt verändern sich plötzlich viele grosse Dinge, die sie oft nicht einordnen können», appelliert Céline an die Eltern. Eine Trennung der Eltern kann sehr viele Ängste und oder sogar Schuldgefühle bei den Kindern auslösen, was gerade jüngere Kinder oft noch nicht kommunizieren können und was langfristig ihre Entwicklung schaden kann. Kinder haben das Recht, Kontakt mit beiden Elternteilen zu haben. Für betroffene Familien gibt es die Möglichkeit sich Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn sie merken, dass sie alleine nicht weiterkommen. Es gibt speziell darauf ausgerichtete Beratungsangebote für Eltern, die wieder einen konstruktiven Umgang miteinander erlernen müssen resp. wollen. «Es geht nicht darum was die Eltern wollen, sondern darum, wie der Kontakt zum anderen Elternteil im Sinne des Kindes positiv gestaltet werden kann», schliesst Céline ab.

 

Céline Fäh hat das Familienwohl im Blick und bringt eine wertvolle Perspektive in den Beirat der Fiorino AG ein.

 

 

 

 

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