Wann ist nah zu nah?

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Der professionelle Umgang mit Nähe und Distanz ist im Kita-Alltag zentral; eine regelmässige Auseinandersetzung damit wünschenswert. In der diesjährigen Weiterbildung befassten wir uns anhand praxisnaher Beispiele mit kritischen, Unsicherheit auslösenden Situationen.

 

In solchen Situationen ist es wichtig, genau hinzuschauen, sie richtig einzuschätzen und dementsprechend zu handeln. So können Kinder vor sexuellen Übergriffen und Mitarbeiter*innen vor Interpretationen und Falschanschuldigungen geschützt werden.

 

113 Fiorino Mitarbeiter*innen haben an der digital durchgeführten Veranstaltung teilgenommen – vom Fachpersonal über Lernende bis hin zu Praktikant*innen. «Die verschiedenen Zielgruppen innerhalb des Unternehmens zu erreichen, war mir ein grosses Anliegen, denn das Thema geht alle etwas an», sagt Sabine Kugler, Leiterin Aus- und Weiterbildung. Durch die Sensibilisierungs- und Informationsveranstaltung führte Silvan Steiner, Fachmitarbeiter bei «Limita» Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung.

 

Wie haben Fiorino Mitarbeiter*innen die Weiterbildung erlebt und was ist ihnen speziell in Erinnerung geblieben? Einige Stimmen aus dem Unternehmen:

 

Sabrina Grandchamp, Kitaleiterin Fiorino St. Gallen West:

«Die Veranstaltung hat mich veranlasst, bewusster mit dem Thema umzugehen. Offene Ohren und Augen sind im Alltag wichtig. Auch wurde deutlich, dass es für den Austausch im Team genügend Raum braucht. Ich finde es super, dass nun alle Mitarbeitenden denselben Wissenstand haben. Darauf wollen wir aufbauen. Geplant ist, dass wir das Thema in Teamsitzungen vertiefen und Situationen aus dem Alltag aufnehmen und besprechen.»

 

Patrick Metzger, Praktikant Fiorino St. Gallen West:

«Die Weiterbildung war sehr informativ und intensiv. Ich nehme mit, dass es Risikosituationen gibt, ohne dass etwas passiert. Dass man diesen Situationen aber Aufmerksamkeit schenken muss. Wir haben auch gelernt, worauf man beim Verhalten eines Kindes achten muss und wie man Veränderungen erkennt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn ich unsicher bin, kann ich mir jederzeit Hilfe holen.»

 

Marco Schönenberger, Lernender Fiorino Tübach:

«Prävention ist ein Thema, das schon oft angesprochen wurde. Die Weiterbildung hat es aufgefrischt und spannend vertieft. Es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, damit man weiss, wie man handeln muss, zum Beispiel bei einem Verdacht schnell kommunizieren, und wie solche Situationen vermieden werden können. Die Gruppenarbeiten haben mir besonders gefallen.» 

 

Maureen Rinaldi, Pädagogische Fachperson Fiorino Steinach:

«Auch wenn ich vieles schon gewusst habe, waren die angesprochenen Punkte interessant und haben für mich einmal mehr die Wichtigkeit des Themas Nähe und Distanz in unserem beruflichen Alltag verdeutlicht. Es braucht die präventive Auseinandersetzung und Fachwissen, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Zwei Learnings aus der Veranstaltung: Die Verantwortung liegt immer bei uns Erwachsenen, dessen sollten wir uns stets bewusst sein. Und die Einsicht in den Sonderprivatauszug ist für eine Institution eine wichtige Schutzmassnahme.»

 

Gresa Keka Hajdari, Lernende Fiorino Abtwil:

«Das Thema wurde alltagsnah erklärt, das fand ich super. Spannend waren auch die regen Diskussionen in Kleingruppen. So lernte ich Fiorino Mitarbeiter*innen von anderen Standorten kennen und hörte verschiedene Meinungen. Das Thema Prävention ist wichtig. Das angeeignete Wissen gibt uns Betreuer*innen aber auch den Kindern Sicherheit.»

 

Stefan Wüthrich, pädagogische Fachperson Fiorino Wabern:

«Es war eine spannende Auffrischung. Als Mann muss ich noch mehr darauf achten, wie ich mich verhalte, um sicherzugehen, dass mein Handeln nicht falsch interpretiert wird. Leider stehen bei männlichen Fachpersonen immer noch viele Vorurteile im Raum. Das ist schade. Ich stelle im Alltag immer wieder fest, wie wichtig gemischte Betreuungsteams sind. Prävention ist ein wichtiges Thema, dem man besondere Aufmerksamkeit schenken muss. Männer wie Frauen sollten sich ihren Handlungen stets bewusst sein, diese hinterfragen und fachlich begründen können.»


Sarina Neuhauser

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