Wie wichtig Sprache & Emotionen sind

von Jennifer Cozzone
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Wenn Gefühle Worte finden

Sprache und Emotionen begegnen uns täglich – im Umgang miteinander, im Spiel, in Konflikten oder auch in stillen Momenten. Gerade bei jüngeren Kindern sind Gefühle oft so präsent, aber noch nicht in Worte gefasst.

Aus diesem Grund haben wir bei Fiorino Tübach ein Projekt gestartet, das sich ganz dem Thema „Sprache & Emotionen“ widmet. Begleitet werden wir dabei zehn Wochen lang von unserem Partner Ergomotion – und von unseren eigenen Beobachtungen, Erfahrungen und den Fragen, die uns die Kinder im Alltag stellen (manchmal auch ganz ohne Worte).

Was unsere Kinder mitbringen

Unsere Kinder sind zwischen 6 Monaten und 4 Jahren alt und mit ihnen kommt eine grosse Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten und Entwicklungsstufen:

  • Die Kleinsten zeigen Gefühle über Mimik, Gestik und Laute.

  • 1-2-Jährige erleben Emotionen intensiv, können sie aber oft nur mit wenigen Wörtern ausdrücken.

  • 2-3-Jährige beginnen, ihre Gefühle zu benennen, Trost zu suchen und erste Strategien zur Selbstberuhigung zu finden.

  • 3-4-Jährige fragen schon: „Warum ist der wütend?“ oder „Was macht die traurig?“ und beginnen, Konflikte über Sprache zu lösen.

Diese Vielfalt zeigt uns immer wieder: Kinder wollen verstanden werden. Sie brauchen Worte, um Gefühle zu begreifen und in Beziehung zu gehen.

Unser Gefühlsmonster reist mit

Entstanden ist unser Projekt aus vielen kleinen Alltagssituationen. Ein Kind tröstet ein anderes mit den Worten: „Du musst nicht traurig sein.“ Beim Bilderbuch zeigen Kinder auf Gesichter und fragen nach dem Ausdruck. Manche Kinder weinen, lachen oder hauen, weil ihnen manchmal die Worte fehlen.

So kam uns die Idee zum Gefühlsmonster: Ein selbstgenähtes Kuscheltier, das jede Woche ein neues Gefühl entdeckt. Es „packt“ es farblich in seinen Rucksack und begleitet uns im Morgenkreis. Dazu haben wir auch ein eigenes Buch gestaltet, das uns im Projekt durch die verschiedenen Emotionen führt.

Angebote für jedes Alter

Die Angebote im Projekt sind individuell auf das Alter und den Entwicklungsstand der Kinder abgestimmt:

  • Für die jüngeren Kinder schaffen wir viele Sinneserfahrungen z. B. mit Wasserperlen, Tastmaterialien oder sanften Bewegungsimpulsen.

  • Mit den älteren Kindern sprechen wir bewusst über Gefühle: Was ist Wut? Wie fühlt sich Traurigkeit im Körper an? Wie erkenne ich Freude beim anderen? Gemeinsam basteln wir z. B. Wutbälle, spielen Gefühle nach oder erleben sie in Geschichten.

Alle Aktivitäten werden sprachlich begleitet und fördern neben der emotionalen Kompetenz auch viele weitere Bildungsbereiche.

Fachliche Begleitung durch Ergomotion

Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Projekt von Ergomotion begleitet werden. In den Kursstunden verbinden sie Geschichten, Bewegung und Kinderyoga und fördern so auf spielerische Weise emotionale Kompetenzen, Konzentration und soziales Miteinander. Ihr Motto „Kinder stärken mit Emotion, Bewegung und Spass“ passt wunderbar zu uns.

Austausch mit den Eltern

Besonders schön war unser Elternabend zum Projektstart. Neben einem fachlichen Input zu Sprache & Emotionen gab es auch ganz praktische Tipps für den Familienalltag, z.B. wie Eltern ihre Kinder sprachlich begleiten können, wenn Gefühle „überkochen“, wie Rituale helfen oder wie man einfach mal zuhört, statt abzulenken.

Der Austausch war sehr lebendig und hat gezeigt, wie wichtig dieses Thema nicht nur für uns Fachpersonen, sondern auch für die Familien ist.

Gemeinsam wachsen

Unser Ziel mit diesem Projekt ist es, die Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung, im Ausdruck und in ihrer Beziehungskompetenz zu stärken. Denn wenn ein Kind lernt: „Ich darf traurig sein – und jemand ist da“,
oder: „Ich bin wütend – und es gibt einen Weg, damit umzugehen“, dann wächst etwas sehr Wertvolles: Vertrauen in sich selbst und in die Welt.

Und genau das begleiten wir bei Fiorino Tübach – jeden Tag.

Jennifer Cozzone

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